Stoderzinken und Notgasse
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Der Stoderzinken, einer der Gröbminger Hausberge ist über die Mautstraße leicht erreichbar und daher an schönen Tagen gut besucht. Etwas anspruchsvoller ist es allerdings wenn man zu Fuß auf den Stoder geht. Natürlich nicht entlang der Straße sondern von hinten durch die Öfen und den Rotwandschlag. Diese Route ist auch bei Schitourengehern beliebt. Schnee liegt derzeit noch nicht, aber begangen wird der Weg trotzdem.
In Coronazeiten soll man sich nicht mit vielen Leuten treffen, mich betrifft das nicht, denn ich gehe ja sowieso meist alleine. Diese Neunergruppe überholt mich gleich am Beginn. Sie sind flott unterwegs und Babyelefanten haben sie keine mit, die würden sie nur aufhalten.
Der Anstieg durch die Öfen ist steil. Ein Rückblick verschafft mir Zeit zum Luft holen. Über dem Gröbminger Land liegt noch eine weiße Nebeldecke.
Nebel gibt es oben keinen, aber ich keine Sonne. Meist bin ich im Schatten unterwegs und da ist es kalt. Um diese Jahreszeit gibt es auch kaum Blumen, aber trotzdem Farbe wie dieser schöne Busch am Wegesrand.
Farbe bringen die blühenden Moose auf den Boden.
Sogar die Schwammerl erscheinen mir wie Blumen. Ich freue mich schon auf den Frühling, obwohl der Winter noch gar nicht begonnen hat.
Der Weg über den Rotwandschlag ist markiert. Man muss trotzdem darauf achten den Weg in diesem Gelände nicht zu verlieren.
Sonne und gleich deutlich angenehmere Temperaturen gibt es als ich die Stoderalm erreiche. Da oben steht die Brünnerhütte. Das war mal eine AV-Hütte. Jetzt ist sie privat und nicht bewirtschaftet. Einkehren kann man weiter oben im Steinerhaus.
Ich gehe gleich über die Wiesen in Richtung Gipfel. Der Blick geht nach hinten über die Hütten der Stoderalm zum Hirzberg.
Zum Gipfel führt ein schöner, aber immer steiler werdender Weg. Hier oben bin ich erwartungsgemäß nicht allein. Der Großteil ist aber nur vom Ende der Mautstraße rauf gegangen.
Ein herrlicher Blick zu einem anderen Gröbminger Hausberg, dem Kamm(spitz)
Im Ennstal lösen sich die letzten Nebelreste auf. In der Bildmitte hinten ist die Hochwildstelle zu sehen. Sehr bekannt auch der Höchstein rechts davon.
Die Gipfelwiese ist groß genug, so dass sich die Wanderer mit Abstand verteilen können. Die Aussicht zum Dachstein gibt es von überall.
Sehr schön ist auch der Blick ins Gröbminger Land, das ich seit über 4 Jahren meine neue Heimat nennen darf.
Am Gipfelkreuz wird jetzt auch ein Platz frei. Ein Anwesender bietet sich an ein Foto von mir zu machen. Er ersucht sogar zwei junge Frauen etwas zurück zu gehen. Leider geht er selbst nicht weit genug nach hinten um mehr Landschaft um mich und das Kreuz zu haben. Trotzdem Danke an den netten Bergkameraden.
Jetzt habe ich mein Gipfelfoto und kann mich auch zurückziehen. Ich suche mir ein ruhiges und windstilles Platzerl zwischen den Latschen um meine Jause zu essen. Dann kommen zwei Frauen herauf. Eine macht extra einen Umweg um mit mir zu plaudern. Ich wundere mich über das Interesse, aber denk mir nichts dabei. Erst am nächsten Tag schreibt sie mir dass sie eine fb-Freundin ist und mich erkannt hat. Sie war sich aber nicht ganz sicher daher hat sie sich nicht zu erkennen gegeben.
Der Stoderzinken ist ein beliebte Startplatz für Gleitschirmflieger. Heute geht ein kalter, böiger Wind. Das scheint diesen Piloten nicht zu stören. Zweimal wird der Schirm beim Startversuch verweht, doch dann glückt der Start er fliegt durch die Lüfte. Es ist schön anzusehen, machen würde ich das niemals.
Ich habe lieber festen Boden unter den Füßen. An der Brünnerhütte vorbei gehe ich durch den Brandner Urwald.
Es geht ein markierter durch schönen Hochwald mit Lärchen und Zirben.
Man könnte weiter gehen bis zur Grafenbergalm und weiter zum Dachstein. So weit will ich nicht. Ich biege ab und komme zur Großen Wiesmahd.
Die große, sonnige Wiesenmulde bietet sich für eine Rast an. Dann gehe ich in Richtung Notgasse weiter da hinein.
Die Notgasse ist eine nicht wasserführende Schlucht mit teilweise eng zusammenrückenden Felswänden. Auch hier gibt es einen markierten Weg hindurch. Für Kinderwagen und Gehbehinderte ist er nicht zu empfehlen.
An manchen Felsen sind alte und weniger alte Ritzzeichnungen zu sehen. Ich achte lieber auf den Boden, denn die Steine sind feucht und rutschig und hier drinnen gibt es auch keinen Empfang um die Bergrettung zu erreichen.
Nach dem Ende der Notgasse gibt es wieder eine Straße die mich zur Brandalm führt. Hier gibt es noch Sonne.
Ich kann noch eine Weile in der Sonne liegen und meine Rückenmuskeln entspannen, bevor ich die letzten 6 Km auf der Straße hinter mich bringe. Ich schaffe es gerade noch ohne Lampe, aber am Parkplatz bei der Kneippanlage ist es finster.
Meine heutige Wanderung auf der KOMPASS Karte Steiermark eingezeichnet. Ich bin 17,5 km weit gegangen,
habe 1140 hm bewältigt und habe dafür inklusive Pausen 8,5 Stunden benötigt.